Microsoft 365: Was sich jetzt für Ihre Lizenzen ändert

, Manuel Pfiffner

Microsoft 365: Was sich jetzt für Ihre Lizenzen ändert

Mehr Speicher, neue Vertragsbedingungen und zusätzliche Kosten bei bestimmten CSP-Abos – Microsoft passt seine Lizenzwelt an. Ab September 2026 erhalten berechtigte Business-Abonnements bis zu 100 GB Postfachspeicher. Gleichzeitig sollten Unternehmen die Preisanpassungen vom Juli sowie den neuen 5-%-Aufschlag ab Oktober im Blick behalten. Wir zeigen Ihnen die wichtigsten Neuerungen, Fristen und Auswirkungen auf einen Blick.

Mehr Postfachspeicher: bis zu 100 GB für Business-Abos

Die erfreulichste Nachricht zuerst: Microsoft verdoppelt das primäre Postfachkontingent für berechtigte Business-Pläne von 50 GB auf 100 GB – ohne Aufpreis und ohne dass Sie den Plan wechseln oder eine separate Exchange-Lizenz kaufen müssen.

Betroffen sind die drei gängigen Business-Suiten:

  • Microsoft 365 Business Basic
  • Microsoft 365 Business Standard
  • Microsoft 365 Business Premium

Damit liegen Business-Tenants beim primären Postfach künftig gleichauf mit Enterprise-Plänen wie Office 365 E3.

Wichtig zu wissen: Der Rollout läuft gestaffelt

Nicht jeder Tenant erhält die Erhöhung zum gleichen Zeitpunkt. Der Rollout der Packaging-Änderungen begann im Juni 2026 und läuft bis September 2026 weiter. Microsoft kündigt die Verfügbarkeit im jeweiligen Tenant mit mindestens 30 Tagen Vorlauf über das Message Center an.

Wenn Sie also im Admin Center bei einzelnen Benutzern noch 50 GB sehen, liegt in den meisten Fällen kein Fehler vor. Es gibt drei dokumentierte Gründe, warum ein Postfach vorerst bei 50 GB bleibt:

  • Der Service-Plan ist noch nicht zugewiesen – der Rollout läuft gestaffelt, auch innerhalb eines Tenants.
  • Es existiert eine manuell gesetzte Quote – wurde ein Postfach früher administrativ z. B. auf 20 GB begrenzt, überschreibt die Erhöhung diesen Wert nicht.
  • Mehrere Lizenzen im Einsatz – Speicherkontingente werden nicht addiert. Microsoft nutzt immer das höchste Kontingent einer einzelnen Lizenz; ein Stapeln mehrerer Lizenzen über 100 GB hinaus ist nicht möglich.

Wichtiger Hinweis: Der zusätzliche Speicher gilt nur für das primäre Postfach. Es entstehen dadurch keine neuen Archiv-Funktionen, und aus einem Business-Abo wird kein Exchange Online Plan 2. Administratoren sollten Lizenzen nicht entfernen und neu zuweisen, um die 100 GB zu «erzwingen» – der normale Rollout erledigt das automatisch.

Die Preisanpassung seit 1. Juli 2026

Bereits zum 1. Juli 2026 hat Microsoft die Preise für viele Microsoft-365-Suiten angehoben – die dritte kommerzielle Preiserhöhung seit dem Start von Office 365 im Jahr 2011. Die neuen Preise gelten für Neu- und Bestandskunden bei der nächsten Verlängerung nach dem 1. Juli 2026.

Ein Auszug der wichtigsten Business-Änderungen (Listenpreise in USD, mit Teams):

Plan Alt Neu Veränderung
Microsoft 365 Business Basic $6.00 $7.00 +16 %
Microsoft 365 Business Standard $12.50 $14.00 +12 %
Microsoft 365 Business Premium $22.00 $22.00 unverändert
Office 365 E3 $23.00 $26.00 +13 %
Microsoft 365 E3 $36.00 $39.00 +8 %
Microsoft 365 E5 $57.00 $60.00 +5 %

Quelle: Microsoft 365 Pricing and Packaging Updates | Microsoft Licensing Resources 

Auffällig: Business Premium bleibt bewusst stabil bei 22 USD, während Standard steigt. Microsoft verkleinert damit gezielt die Preislücke – ein Upgrade auf Premium wird attraktiver.

Neu ab 1. Oktober 2026: der 5-%-Aufschlag im CSP

Ab dem 1. Oktober 2026 kommt eine weitere Änderung, die gezielt eine bestimmte Vertragskonstellation betrifft: Microsoft erhebt einen Aufschlag von 5 % – den sogenannten «Cost of Capital Uplift» – auf CSP-Software-Abonnements mit:

  • einem Jahresvertrag (annual commitment), und
  • monatlicher Abrechnung (monthly billing).

Betroffen sind Software-Kategorien wie Windows Server, SQL Server, Client Access Licenses (CALs) und System Center

Wichtig zur Einordnung:

  • Es handelt sich nicht um eine pauschale Preiserhöhung für alle Microsoft-Produkte, sondern nur um die Kombination «Jahresbindung + monatliche Zahlung».
  • Nicht betroffen sind Abos mit jährlicher Abrechnung sowie echte Monat-zu-Monat-Abos.
  • Bei bestehenden Abos wird der Aufschlag nicht sofort am 1. Oktober fällig, sondern erst bei der nächsten Verlängerung am oder nach dem 1. Oktober 2026
  • Achtung Datum: Microsoft hatte zunächst ein falsches Startdatum kommuniziert und dieses am 12. August korrigiert. Gültig ist der 1. Oktober 2026

Der 5-%-Aufschlag ist letztlich der Preis für die Flexibilität, eine Jahresverpflichtung über zwölf Monate verteilt bezahlen zu können. Für Unternehmen mit nennenswertem Server- oder CAL-Volumen summiert sich das schnell. 

Das Wichtigste in Kürze

  • Mehr Speicher: Bis zu 100 GB Postfach für Business Basic, Standard und Premium – automatisch, ohne Aufpreis, Rollout bis September 2026. 
  • 💰 Preise seit 1. Juli 2026 höher: Business Basic +16 %, Standard +12 %, Premium unverändert – wirksam bei der nächsten Verlängerung.
  • 📈 Neuer 5-%-Aufschlag ab 1. Oktober 2026: nur bei CSP-Software mit Jahresvertrag und monatlicher Zahlung (Windows Server, SQL Server, CALs, System Center). 
  • 📅 Neue Vertragslogik seit 1. April 2026: keine kostenlose Grace Period mehr, stattdessen bewusste Renewal-Entscheidung. 


Wir prüfen Ihre Lizenzen – und reagieren proaktiv

Als Ihr IT-Partner behalten wir diese Änderungen für Sie im Blick. Wir prüfen die Lizenzen und Vertragsmodelle unserer Kundinnen und Kunden aktiv, identifizieren, welche Abos vom Juli-Preisanstieg oder vom 5-%-Aufschlag betroffen sind, und beraten Sie rechtzeitig – zum Beispiel bei der Frage, ob monatliche oder jährliche Abrechnung für Sie günstiger ist oder ob sich ein Wechsel des Plans lohnt.

Sie müssen nicht selbst aktiv werden: Wir kommen proaktiv auf Sie zu, sobald bei Ihren Abos Handlungsbedarf besteht.

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